Ein neues deutsches Wort · Edition 01 · 2026
[ ʃpoˈʁøːdə ] · Adjektiv
„Zugleich spröde und porös."
§ 01 — Bedeutung
DEFINITION
Durch Alterung, Trockenheit oder Materialermüdung brüchig, rissig und strukturell geschwächt — und doch noch da.
ANWENDUNG
Für alles zwischen dem Beton einer Autobahnbrücke und dem Croissant von vorgestern.
Ein Wort, das fehlte
„Deutsch hat spröde. Deutsch hat porös. Aber zwischen beiden klaffte eine Lücke so groß wie ein Riss im Putz.
Wir haben sie geschlossen."
— J. Braun & T. Wagner, Erstdefinition
§ 02 — Im Gebrauch
„Die Verputzfassade aus den 70ern war inzwischen vollkommen sporöde."
Bauwesen„Sein Versprechen klang fest, fühlte sich aber sporöde an."
Übertragen„Wer Vollkornbrot zu lange offen liegen lässt, bekommt etwas sporödes."
Alltag§ 03 — Etymologie
starr, brüchig
durchlässig, voller Poren
beides. gleichzeitig.
Ein Portmanteau, das nicht spielerisch sein wollte — sondern unausweichlich.
§ 04 — Manifest
„Brüchig“ ist ein Sack. „Sporöde“ ist eine Pinzette.
Beton wird älter. Vokabeln dürfen es auch.
Und zwischen spröde und porös war Platz für ein Wort.
§ 05 — Die Schöpfer
Wortarchitekt
„Ich wollte ein Adjektiv, das man hören und gleichzeitig anfassen kann.“
Bedeutungsingenieur
„Wir haben es nicht erfunden. Wir haben es nur endlich aufgeschrieben.“
Bevor Sie gehen
Einmal im Gespräch. Einmal in einer E-Mail. Einmal beim Bäcker, wenn er fragt, ob die Brezel von gestern noch geht.
↑ Nochmal von vorn